Interview mit Sebastian Fesser

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[MindFreak] Hallo Sebastian. Erstmal vielen Dank das du dich den Fragen des IMCs stellst. Würde zu Beginn auch gleich vorschlagen, dass du dich kurz vorstellst.


[Sebastian] Ja, erstmal vielen Dank für die Möglichkeit, ein Interview zu geben! Ich bin gerade 40 Jahre alt geworden, habe mit meiner Freundin Janina die tollste Frau der Welt an meiner Seite und im „eigentlichen Leben“ bin ich Immobilienmakler in Hannover und als Hobby, als Ausgleich sozusagen, spiele ich gern in diversen Produktionen mit.


[MindFreak] Ich hab gesehen du hast in vielen TV Produktionen, Imagefilmen, Musikvideos und Independentfilmen mitgewirkt. Wann hast du das Medium Film für dich entdeckt und was bedeutet es für dich?


[Sebastian] Das erste Mal hatte ich in der Grundschule mit dem Thema Film zu tun. Es war mein großer Traum, Regisseur und „Filmstar“ zu werden – Filmstar ist was völlig anderes als Schauspieler (*lacht*). Nur die Knutschszenen fand ich ekelig – kann ich heute gar nicht mehr nachvollziehen. Mein erster Film war dann mit einer geliehenen Videokamera ein Agenten-Thriller, so wie 8jährige den drehen –mit Verfolgungsjagden mit ferngesteuerten Autos und so. Naja, 80er eben (*lacht*). Danach habe ich das Thema lange Zeit aus den Augen verloren, erst 2011 kam ich im Rahmen einer Reportage das erste Mal ins „echte“ Fernsehen bei RTL. Und da fing dann die Sucht an. Freunde sagen, dass ich das kamerageilste Stück Mensch auf der Welt bin und ein Objektiv schon auf 100 Meter rieche…


[MindFreak] Stichwort „TV Produktionen“. Das meiste ist Scripted Reality. Was macht für dich den Reiz aus bei solchen Produktionen mitzuwirken, bzw. mit welchen Erfahrungen geht man nach solchen Drehs nach Hause?


[Sebastian] Scripted war der schnellste Weg, wieder vor die Kamera zu kommen. Es geht unkompliziert und RTL, mein „Haus- und Hofsender“ hat auch schnell gemerkt, dass ich nicht „hölzern“ spiele, sondern authentisch. Daher rufen die mich gern bei etwas komplizierteren und anspruchsvollen Rollen an. In so einem Format lernt man natürlich, wie man 30 Minuten sendefähiges Material an einem Tag dreht….


[MindFreak] Wie kann ich mir die Dreharbeiten zu „Scripted Reality“ Formaten vorstellen?


[Sebastian] Meist wird nur mit einer Kamera gedreht. Vor dem Beginn der Szene drückt man sich den Text nochmal schnell in den Kopp und je nachdem, wie gut die Mitspieler sind, dreht man die Szenen dann bis zu 10/15 Mal. Ich selbst habe ein Problem mit dem wortgenauen Lernen – das wirkt meist nicht authentisch. Eine liebe Realisatorin von SAT1 sagte mal: „Wenn Du nicht so verdammt glaubwürdig spielen würdest, würde ich Dir den Hals umdrehen“. (*lacht*). Da wir aber hier in 12 Szenen 4 Onetaker hinbekommen haben, war sie am Ende mehr als glücklich. Und Onetaker sind bei einer SR-Produktion echt selten…


[MindFreak] In deinen Referenzen hab ich häufiger den Namen „Alexander Katsirntakis“ gelesen. Wie entstand eure Zusammenarbeit?


[Sebastian] Eigentlich völlig zufällig. Wir haben uns auf einem Casting von einem Film kennengelernt, der bis heute nicht erschienen ist. Bei manchen Menschen ist es so, dass man die einfach mag. So war das bei


Alex – wir haben uns gesehen und gemocht. Und dann habe ich mit Alex unseren ersten Werbespot gedreht – Immobilien und Zombies sind auch eine geile Mischung (* lacht*). Bei über 3 Millionen Klicks bei Facebook kann man klar von einem Erfolg sprechen.

Bei Breed oft he Clones hatte ich nur eine recht kleine Rolle (in der ich geilerweise auch noch mit einem türkischen Akzent synchronisiert wurde), die aber recht tragend war… Auch hier habe ich wieder gemerkt, dass Alex einfach in meinen Augen nur ein Genie ist!


[MindFreak] „Breed of the Clones“, „The Expulsion“, und bald „Roll with the Changes“. Filme die sich im Independentbereich bewegen. Liegt dir viel an der Arbeit für unabhängige Regisseure, egal ob als Schauspieler oder als Co-Produzent?


[Sebastian] „Breed oft he Clones“ hat mich einfach angesprochen, weil es ein geiles Brain-Fuck-Ende hatte. Außerdem muss ich gestehen, dass ich mit Ariane Zarah eine sehr attraktive Filmpartnerin hatte, bei der auch eine recht lange und intensive nackte Kuss-Szene im Drehbuch stand – als damaliger Single war das sicherlich zwar nicht entscheidend, aber ganz angenehm (*lacht*).

„The Expulsion“ konnte ich als Co-Produzent begleiten. Alex weiß, dass er diesbezüglich jederzeit gern auf mich zukommen kann, denn ich mag seine teils kranke Arbeit einfach sehr.
In „Roll with the Changes“ habe ich dann die sehr umfangreiche Hauptrolle und agiere gleichzeitig als Co-Produzent. Dieser Film ist ausnahmsweise ein normaler Psychothriller.


Bild: am Set von „Gott, Du kannst ein Arsch sein“


[MindFreak] Wenn ich richtig recherchiert habe, hast du für „Breed of the Clones“ die Premiere ermöglicht. Wie geht man an sowas ran, mit welchen Schwierigkeiten wird man konfrontiert?


[Sebastian] Alex hatte mir das erzählt, dass es da etwas hakt und so habe ich ein paar Hebel in Bewegung gesetzt, mein Netzwerk genutzt und das Thema stand – inklusive Pressebegleitung. Hier konnte ich mit Geld recht einfach aushelfen und es war auch eine Anerkennung seiner Arbeit meinerseits.


[MindFreak] Wenn du auf deinen Referenzen zurückblickst, gab es Situationen die dir bis heute im Kopf geblieben sind, egal ob Positiv oder Negativ?


[Sebastian] In der Livesendung Login beim ZDF war ich als Maklerexperte geladen. Fand es schon ziemlich krass, dass die vorher besprochenen Fragen nun gar nicht mehr aufkamen sondern eine Art Rechtfertigung meines Berufsstandes und meines Autos in einer Live-Sendung erfolgen mussten, aber das hab ich doch ganz gut geklärt, denke ich. Mein erster Dreh von Scripted Reality ist mir auch sehr präsent, als wir eine völlig cholerische Realisatorin hatten. Aber ich denke mir dann einfach „Augen zu und durch!“. Ansonsten lernt man viele tolle Menschen kennen, und das ist viel wert!


[MindFreak] „Roll with the Changes“ hatte ich eben schon erwähnt. Gibt es neben dem Projekt noch weiter die sich in der Planung befinden und von denen du berichten kannst?


[Sebastian] Ich habe vor Jahren mal das Buch „Highspeed Money – Mein Leben auf der Überholspur“ geschrieben, das u.a. auch bei amazon verfügbar ist. Das hätte ich schon gern einmal auf der Leinwand, aber ich glaub, den 26jährigen Hauptdarsteller kriege ich nicht mehr ganz glaubwürdig hin… Ansonsten werde ich sicherlich in den nächsten Wochen wieder etwas mehr drehen – die letzten 10 Anfragen von RTL musste ich aus Zeitgründen alle absagen…


[MindFreak] Gibt es für dich eine Traumrolle, die du gerne mal spielen möchtest? Wenn ja welche wäre das und weshalb genau diese?


[Sebastian] Wie eben schon beschrieben, wäre ich gern der Tom aus Highspeed Money. Auch im Tatort würde ich gern mitspielen, das müsste aber ein Schweiger- oder Liefers-Tatort sein. Die anderen sind ja ziemlich schlecht… Wenn mich was kickt, mache ich auch gern andere Sachen… Es muss einfach eine geile Story dahinterstecken…


[MindFreak] Zum Abschluss des Interviews überlasse ich dir die letzen Worte an deine Fans, an die Fans von artfilmer.de und an die Leser dieses Interviews.


[Sebastian] Uh, eigentlich kann ich nur sagen: Interessante Produktion, wo noch ein authentischer Darsteller gebraucht wird, der alles mitmacht? Dann gern unter sebastian @fesser.tv eine Mail schreiben ;-)


[MindFreak] Das IMC bedankt sich und wünscht viel Erfolg für die Zukunft.


[Sebastian] Ich habe zu danken! :)

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