Interview mit Stefan Sierecki

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Am Set von HI8


[MindFreak] Heute mein Interviewpartner Stefan Sierecki. Danke dass du dir die Zeit nimmst dich meinen Fragen zu stellen und würde zu Beginn vorschlagen, dass du dich selbst in ein bis zwei Sätzen selbst vorstellst.


[Stefan] Hi ich bin Stefan Sierecki bin 27 Jahre alt und habe letztes Jahr im Oktober mein Filmstudium an der Ruhrakademie in Schwerte abgeschlossen und zwar mit meinem ersten Spielfilm “Hi8: Resurrectio“.


[MindFreak] Deine Karriere begann mit Hi8: Resurrectio. Du sagtest es war die Abschlussarbeit deines Filmstudiums. Warum hast du dich für den Horrorfilm entschieden?


[Stefan] Nun ja, ich liebe Horrorfilme. So gesehen schaue ich mir alles an was mich interessiert, aber Horror ist für mich so vielseitig, man kann immer wieder etwas neues erfinden. Horror ist das einzige Genre, so finde ich, was sich super gut mit anderen Genres kombinieren lässt. Warum ich aber auch mich für einen Horrorfilm als Abschlussarbeit entschieden habe, ist nicht nur die Liebe zum Horrorfilm, sondern auch das ich beweisen wollte das ein in unserem Land so verachtetes Genre auch sein Ziel erreichen kann und ganz besonders in einer Abschlussarbeit eines Studenten. Es muss nicht immer nur Drama und Konfliktfilme sein, wie es ja die meisten Schulen so machen.




[MindFreak] Wie kam das Projekt bei dem Professoren an bzw. wie war die Reaktion der Professoren?


[Stefan] Die Reaktionen vielen ziemlich unterschiedlich aus, eher zweigeteilt. Aber das war mir egal, ich habe mein Ziel erreicht das ich einen erfolgreichen Abschluss hingelegt habe und das einer der Juroren mitten im Film den Saal verlassen hat. Das hat mich richtig gefreut. Ziel also erfüllt.


[MindFreak] Hattest du für den Film Vorbilder oder gab es andere Einflüsse?


[Stefan] Vorbilder habe ich jede Menge u.a. David Cronenberg, Wes Craven, Takashi Miike u.v.m.. Natürlich sind das nur die Vorbilder im Horror bzw. extremen Bereich. Was mein eigentliches Ziel jedoch war, war Braindead im Blutgehalt nahe zu kommen. Natürlich habe ich es nicht geschafft, aber ich habe 150 Liter Blut verbraucht, mehr als ich gedacht habe und jemals vorher verbraucht habe. Aber es war nicht der letzte Film, man kann sich ja noch steigern.


[MindFreak] Hast du dir die Arbeit an einem Film so vorgestellt bzw. welche Erfahrungen hast du für dich mitgenommen?


[Stefan] An Erfahrungen kann man nie genug mitnehmen und ich finde man hat nie ausgelernt. Jeden passieren mal Fehler, selbst Steven Spielberg passieren welche. Wenn man mit diesen Umgehen kann, macht man es demnächst nur besser. Ich würde lügen wenn ich sagen würde das alles glatt gelaufen ist, keineswegs. Kurz vor dem Drehbeginn kamen alle Sachen auf einmal. Der Kameramann musste kurzfristig die eigentlichen ersten zwei geplanten Drehtage absagen, was glücklicher Weise noch gut funktioniert hat und beim Kameraequipment waren keine Objektive dabei und das alles zwei, drei Tage vor Drehbeginn. Natürlich kamen noch weitere Dinge hinzu, aber dafür müsste ich ziemlich weit ausholen. Im Ganzen aber war es ein sehr schöner Dreh, der Dank der super Leute die ich am Set hatte, die übrigens wie eine große Familie waren, super funktioniert hat. Ich vermisse den Dreh heute noch...


[MindFreak] Uwe Choroba, Moloch und Oliver Troska. Große Namen im deutschen Independent Film. Wie war es für dich gleich beim ersten Film mit solchen Namen zu arbeiten?


[Stefan] Um ehrlich zu sein habe ich von diesen Personen vorher nichts gehört, deshalb konnte ich da auch schlecht etwas einschätzen. Aufgeregt und schnelle Herzschläge hat man immer wenn man neue Leute trifft, aber ich sage mir immer das es auch nur Menschen wie du und ich sind, dann ist eigentlich alles easy. Wie ich bereits oben erwähnt hatte, waren wir alle wie eine große Familie und so wirkte es auch schon beim ersten kennenlernen. Man hat sich sofort verstanden, kam ins Gespräch und zack, dann waren wir auch schon beim Drehen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht mit diesen Leuten einen Film zu drehen und ich kann diese Leute nur weiterempfehlen.




[MindFreak] Da du ja Film studiert hast, und auch deinen ersten Film verwirklicht hast, würde mich mal Interessieren was das Medium Film für eine Bedeutung für dich hat.


[Stefan] Da ich von klein auf schon Filmbegeistert war und der Film mir damals half über den Alltag zu kommen, ich war nicht so beliebt in der Schule, so nebenbei. Filme sind für mich, so wie für die meisten kein Zeitvertreib oder nur pure Unterhaltung. Ich sehe viel mehr in den darin. Ich weiß wirklich nicht wie ich es aussprechen kann... Filme sind künstlerisch, aber manchmal auch wahr. Sie unterhalten dich, können dir aber auch den Weg weisen, so wie mir. In jedem Film steckt ein Stück Leben, Herz, Liebe und das finde ich einfach so toll.


[MindFreak] Wie siehst du die derzeitige Entwicklung des deutschen Independent Films?


[Stefan] Leider muss ich sagen das es hier in Deutschland mehr den Bach runtergeht als hoch. Independent-Filme bzw. unsere Filme werden kaum gewürdigt, weil sie den deutschen Standard, so nenne ich es mal nicht gerecht werden. Was gibt’s denn hier Deutschland zu sehen, außer diesen TV Quatsch wo es immer um das gleiche Thema, Liebe und Beziehung geht und von Til Schweiger wollen erst gar nicht sprechen... Was wir brauchen sind mutige neue Filmemacher die Deutschland und der Mediengesellschaft den Mittelfinger zeigen.


[MindFreak] Sind derzeit Projekte in Planung, von denen du uns schon berichten kannst?


[Stefan] In der Tat ist ein neues Projekt in Planung namens “Die Fremden“. Viel kann ich aber nicht verraten, nur das es sich um ein größeres und ausgefeilteres Projekt handelt.


[MindFreak] Möchtest du den Lesern des Interviews zum Abschluss noch etwas mitteilen?


[Stefan] Fördert Independent-Filme. Gebt ihnen eine Chance und schaut sie euch an, egal ob Horror, Action, Komödie oder Drama, nicht das Budget macht einen guten Film, sondern die Leute die mit viel Herzblut daran arbeiten.


[MindFreak] Dann bedanke ich mich vielmals bei dir. Wünsche dir viel Erfolg für die Zukunft.

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