Interview mit Waldemar Feifer

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[MindFreak] Hallo Waldemar, erstmal vielen Dank dass du dir die Zeit nimmst dich meinen Fragen zu stellen. Zu Beginn würde ich vorschlagen, dass du dich selbst in ein bis zwei Sätzen selbst vorstellst.


[Walde] Hallo MindFreak und alle die das Interview lesen,

Ich heiße Waldemar Feifer, vom Beruf her bin ich seit 2002 Kameramann und Cutter/Grafiker fürs Fernsehen (regional sowie bundesweit) und besetze seit 2012 im Indepentendbereich des Films den Regiestuhl. Aktuelles Projekt meinerseits ist "UPII" (Uncut Police 2). Es ist ein unkonventioneller Copfilm im Actiongewand klarer Härte.


[MindFreak] Im Jahr 2014 kam „Uncut Police“ von dir. Was hat dich bewogen den Schritt in Richtung Film zu wagen?


[Walde] Bevor ich mit 18 zum Fernsehen bin, hatte ich schon hier und da mit der Kamera und dem Schnitt rumgespielt. Ja nur eben mit zwei Videorekordern, am besten mit Stereo-Eingängen statt Scart. Es war damals eben nicht so digital vereinfacht. Es war ein Alptraum. Aber so entstanden bereits in meiner Jugend Filme wie "The first April: Crunch the Killer" und "GrimmTV". Ich bin dran geblieben und das Fernsehen hat mir bis heute Möglichkeiten gegeben mich aus technischer Sicht auszutoben. Unter der Vorraussetzung, der Beitrag wird fertig. Alles schön und gut, aber die Romantik zu dem Film ist zu sehr entfacht. Seit meiner Kindheit. Vorallem aus technischer Sicht. Ideen habe ich viele, aber "wie setzen wir sie um?" I love it.




[MindFreak] Kannst du uns erzählen, wie du auf die Idee für Uncut Police gekommen bist und wie du mit der Umsetzung des Films angefangen hast?


[Walde] Durch den Fernsehalltag habe ich immer wieder Gleichgesinnte kennengelernt. Sebastian Pfaff und Jan Kassel zum Beispiel. Die kannten sich in der Filmwelt ebenfalls aus. Wir haben alle Länder der Welt immer auf dem Schirm gehabt, Genreübergreifend. Wir haben uns zusammen die "Uncut Police" erdacht als wir betrunken endlich aussprachen: "Fick die Zensur! Es braucht eine Spezialeinheit der Bullen, welche uns Filmfans vor kastrierten Medien schützt!" Dann haben wir einfach drauf los gedreht. So hatten wir nach kurzer Zeit 2-3 Szenen gedreht und geschnitten. Cool, dann gings ans Skript, weil wie erkannt haben, dass es Potential hat.


[MindFreak] Wie war deine Erfahrung von dem Dreh zu dem Film, die du mitnehmen konntest?


[Walde] Ich glaube wir haben alle von Dreh zu Dreh Erfahrungen gesammelt. "Uncut Police" war glaube ich zu 60 Prozent gefreestyled. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen. Anders geht das nicht.


[MindFreak] Was bedeutet das Medium Film als Regisseur für dich rückblickend auf „Uncut Police“ und deine Arbeit generell?


[Walde] Ich denke man sollte Step by Step arbeiten. Mir bedeutet der Film viel und ich möchte natürlich mit dazu beitragen, dass der Film sich vielleicht sogar neu erfindet, aber vorallem fasziniert und unterhält.


[MindFreak] Was war ausschlaggebend für dich, dass du dich entschieden hast eine Fortsetzung zu drehen?


[Walde] Du, das ist garnicht mal so einfach eine Fortsetzung zu drehen, da jeder und man selbst eine Steigerung erwartet. Vielleicht war das der Grund. Die Herausforderung? Alles lief im Großen und Ganzen unter schwierigeren Bedingungen ab. Vorallem logistisch. Ich persönlich hatte extrem Lust auf Action. Und UPII war einfach gefragt.




[MindFreak] Kannst du uns erzählen in welche Richtung „Uncut Police II“ gehen wird?


[Walde] Action hehe. Aber ok, in welche Richtung? Nun, man sieht den Alltag der Cops . Es gibt mehrere Storylines. Jeder hat so seine Probleme. Es gibt nicht mehr soviel Gelaber wie beim ersten Teil, sondern mehr auf die Schnauze und darüber hinaus. Das Erzähltempo ist schnell und hart. Das wäre so die Richtung. Ich wollte der Action nicht mit Tiefsinn oder ähnlichem im Wege stehen ;)


[MindFreak] Du hast viele bekannte Namen mit an Bord u.a. Andreas Rimkus. Wie waren die Dreharbeiten im Vergleich zu Teil 1?


[Walde] Uwe Choroba war auch richtig gut. Aber das ist mir nicht so wichtig. Ich arbeite auch gerne mit absoluten Leihen zusammen. Sie haben eben dieses unverbrauchte und sind immer für eine Überraschungen gut. Auf der anderen Seite hast du eben Schauspieler, die durch die Erfahrung, die sie gesammelt haben alles merklich aufpeppen. Müssen aber nicht unbedingt bekannt sein. Meine Cousines Vadim Koslow und Jakob Herdt sind Qualitätsgaranten mit Erfahrung. Daniela Hofmann z.B. hat der Himmel geschickt und keine Agentur.




[MindFreak] Wie weit sind die Dreharbeiten zu „Uncut Police 2“ vorangeschritten bzw. wann kann der Fan das Werk bewundern?


[Walde] Ich würde sagen, es ist Halbzeit. Wir haben nur noch ein paar Drehtage. Geschnitten ist das meiste schon. Ton steht noch an und dann noch Post, Untertitel, DVD Menü, Extras... Ich gehe davon aus, dass wir UPII im Sommer 2018 zum Kauf anbieten oder auch in Kinos AB 18 ausstrahlen.

[MindFreak] Gab es bei den Dreharbeiten Situationen die dir im Gedächtnis geblieben sind, egal ob positiv oder negativ?


[Walde] Ja gut Actionszenen haben natürlich ihre Spuren hinterlassen am Tag darauf. Ansonsten war alles cool. Kein Gezicke, kein Sexismus, keine Missverständnisse


[MindFreak] Ein Blick in deine Zukunft, was wird nach „Uncut Police 2“ von dir kommen? Ist etwas in Planung wovon du schon erzählen kannst?


[Walde] Ja mal sehen, erstmal Musikvideos vielleicht. Kreative Pause vom Film? Fickt schon den Kopf neben Fulltime-Job. Irgendein Projekt oder eine Mission habe ich aber immer. Kann ich jetzt noch nicht sagen was kommt.


[MindFreak] Wie empfindest du die derzeitige Entwicklung des deutschen Independent Films?


[Walde] Erwartungsvoll. Ich suche ja auch immer Talente. Egal in welchem Style. Ich liebe Kunst und Indie kann sehr erfrischend sein und Indie kann so schön ehrlich. Für die meisten Filmgucker ist es glaube ich schwer da Fuß zu fassen. Sie haben eben an 1-2 Abenden in der Woche Zeit und Lust einen Film anzugucken. Bruce Willis Front-Cover oder "UP"? Da fängt alleine die Problematik an. Geld. Indie wird immer kämpfen müssen. Es gab in Deutschland immer wieder UP´s wie Jörg Buttgereit, dann darauf Maskenbildnerkönig Olaf Ittenbach. Ich finde es sind sehr wichtige Persönlichkeiten in der Indie-Szene. Und sie prägen heute noch. Kurz um, Indie soll menschlich, tränen/blutreich und überraschend bleiben.

Get UP!


[MindFreak] Spielt für dich der Kontakt zu Fans der Szene eine große Rolle?


[Walde] Ja klar, so treffen sich gleichgesinnte. Ob Kampfsport oder Film-Freaks. Fan ist aber ein komischer Begriff. Mich freut es sehr, wenn Leute meine Arbeit gut finden, aber man sollte sich darauf konzentrieren gut zu bleiben. Ob es jetzt 3000000 gucken oder 3 es feiern. Scheiß egal. Immer das beste rausholen.


[MindFreak] Das IMC bedankt sich und wünscht viel Erfolg für die Zukunft.


[Walde] Gerne :)

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