Interview mit Stefan Schwenk

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[MindFreak] Zum Anfang bedank ich mich bei dir, dass du dir die Zeit nimmst dich meinen Fragen zu stellen. Würde auch gleich vorschlagen, dass du dich selbst (1-2 Sätzen) vorstellst.

[Stefan] Ich halte mich kurz und knapp: Mein Name ist Stefan Schwenk, ich bin 1982 in Bayreuth geboren und beschäftige mich seit meiner Teenagerzeit mit dem Filme machen. Hauptberuflich bin ich Kameramann an der Börse in Frankfurt an Main für „Aktionär TV“.


[MindFreak] Kannst du uns kurz erläutern ob es sich bei Montrak um ein reines Crowdfunding Projekt gehandelt hat?
       
[Stefan] Nein, wir haben nur einen Teil durch das Crowdfunding finanziert. Insgesamt hatten wir zwei Kampagnen, bei denen insgesamt 15.000 Euro zusammengekommen sind. Außerdem konnten wir einige mittelständische Firmen gewinnen, die uns mit einem Sponsoring unterstützt haben. Und einen gewissen Teil hat mein Produzententeam, mich damit eingeschlossen, mit privaten Geld finanziert.




[MindFreak] Gab es für dich Einflüsse, die in Montrak eingeflossen sind?

[Stefan] Oh, ja, da gab es einige. Generell bin ich ein großer Fan der 80er Jahre. Ich selbst bin ein 80er-Kind und in meinen Filmen versuche ich immer wieder Elemente aus dieser Zeitepoche einzubauen. Bei Montrak hört man das stark an der Filmmusik, die von meiner guten Freundin und sehr talentierten Musikerin Myra komponiert wurde. Aber auch die Kostüme in Montrak sind zum Teil an die 80er angelehnt. Von den Filmen her habe ich mich von „Lost Boys“ und „Near Dark“ inspirieren lassen. Ich liebe eben diesen ganzen Style und begrüße auch die derzeitige Retrowelle. Das ist doch für uns wahre Filmfans eine Offenbarung.


[MindFreak] „Montrak“ hatte vor kurzem Premiere, lief auch bisher u.a. auf dem Weekend of Fear. Wenn du jetzt auf die Produktionszeit zurückblickst, was hast du selbst für dich für Erfahrung mitgenommen?


[Stefan] Dass ich an meinem nächsten Filmprojekt nur ungern wieder fünf Jahre lang arbeiten möchte. Und es wäre schön am Stück zu drehen und nicht nur an den Wochenenden. Ich hatte wirklich eine grandiose, sehr lehrreiche Zeit und vermutlich die beste Crew, die man sich vorstellen kann. Aber es ist schon sehr mühsam, wenn du immer nur etappenweise drehen kannst. Generell muss ich aber sagen, dass die Produktion für "Montrak" eine absolut geniale Filmschule war, denn ich musste alle Departments organisieren und deren Arbeit absegnen. Dabei lernt man so unheimlich viel.


[MindFreak] Dustin Semmelrogge, Sönke Möhring, Cosma Shiva Hagen, sind nur einige Namen des wahnsinnig guten Casts. Habt ihr die zu einem Casting eingeladen oder kam die Zusammenarbeit anders zustande?


[Stefan] Es gab keine Vorsprechen, wenn du das meinst. Ich habe jeden Schauspieler bewusst ausgewählt und mir entweder Demos angeschaut oder Filme, in denen er oder sie mitspielt. Dann habe ich sie ganz normal über die Agentur angefragt. Oder ich kannte einige Schauspieler, die wiederum Kontakt zu anderen hatten. Die sozialen Netzwerke sind da schon sehr hilfreich.




[MindFreak] Habt ihr die Effekte alle händisch umgesetzt oder habt ihr auch auf CGI zurückgegriffen?


[Stefan] Das meiste haben wir tatsächlich händisch umgesetzt, worauf ich auch sehr stolz bin. Die Effekte sind super geworden und ich denke, sie werden dem Horror-Fan gefallen. Beim Showdown z.b. haben wir ein bisschen mit CGI gearbeitet. Ich finde, wenn beide Kunstformen eine gesunde Mischung bekommen, kann man sehr gute Ergebnisse erzielen.


[MindFreak] Wie geht es jetzt weiter, ist eine baldige Veröffentlichung geplant?


[Stefan] Ich hoffe, dass wir Montrak so bald wie möglich veröffentlichen können. Die Fans wollen den Film verständlicherweise sehen. Einen konkreten Termin gibt es aber leider noch nicht. Derzeit haben wir erstmal bei vielen Festivals eingereicht und zeigen den Film sicherlich noch in ausgewählten Kinos deutschlandweit.


[MindFreak] Wenn wir beim Thema Zukunft sind, wie wird es für dich selbst weitergehen? Ist irgendwas in Planung?


[Stefan] Es gibt drei Projekte, die ich gerne in den nächsten Jahren verwirklichen möchte. Aber dafür müssen die Rahmenbedingungen passen. Ist alles noch nicht wirklich spruchreif.

[MindFreak] Was hatte dich bewogen, selbst Filme zu drehen?


[Stefan] Filme haben mich schon immer fasziniert. Du kannst eben alles erschaffen was es im normalen Leben nicht gibt. Das wichtigste für mich ist, Emotionen zu transportieren und so viele Leute wie möglich anzusprechen.

Außerdem mag ich es, reale Erfahrungen in den Kontext einer Filmhandlung zu integrieren. Natürlich ist dann alles ein wenig spannender dargestellt, aber im Grunde wird dadurch alles authentischer und nachvollziehbarer.


[MindFreak] Du hast bisher Regie geführt, warst Regie Assistent und Set Designer. Gab es bisher Sachen die du bereust gemacht zu haben?


[Stefan] Nein. Wenn du dich irgendwann mal dazu entscheidest, Filme zu machen, ist es gut und wichtig zu wissen, wie jedes einzelne Department in sich funktioniert. Als Regisseur solltest du ja ohnehin eine Vorstellung davon haben, wie dein Film aussehen soll, angefangen vom Look über die Auswahl der Schauspieler, das Set Design bis hin zu den Kostümen. Von daher kann ich jedem nur empfehlen, alles mal ausprobiert zu haben, um auch den Aufwand dahinter besser nachvollziehen zu können. Auch Fehler zu machen ist sehr wichtig. Nur dadurch lernt man besser zu werden. Eine Anmerkung zum Set Designer: Das hab ich nicht wirklich gemacht und ich sehe mich darin auch nicht. Dafür war ich bereits Aufnahmeleiter. Das ist ein wirklich schwierig Job, da du das Sprachrohr für alle Departments bist und alles im Auge behalten musst.

[MindFreak] Du hast für Olaf Ittenbach den 2. Regieassistent für Legend of Hell gemacht. Wie war es für dich bei diesem Projekt dabei gewesen zu sein. War ja zum Teil auch ein Crowdfunding Projekt.


[Stefan] „Legend of Hell“ war auch ein Teil meiner Schule. Ich habe bei Olaf unheimlich viel gelernt und auch Leute kennengelernt, mit denen ich dann bei „Montrak“ zusammengearbeitet habe. Olaf war auch bei meinem Dreh für einen Tag dabei und hat die Maske und einen Effekt gemacht. Ich bin ihm sehr dankbar, weil ich, wie gesagt, viel gelernt habe.


[MindFreak] Wie wichtig ist dir die Fangemeinde und was hältst du von Fancommunitys?


[Stefan] Fancommunitys sind unheimlich wichtig. Unser Projekt hätten wir ohne unsere Fans auch nicht stemmen können. Es ist wichtig, dass es gerade in unserer Filmszene eine Community gibt, die solche Filme zu schätzen weiß.


[MindFreak] Zum Abschluss überlasse ich dir die letzten Worte an deine Fans und bedanke mich vielmals bei dir.


[Stefan] Ich bedanke mich für eure Treue und Unterstützung in all den Jahren und hoffe sehr, dass euch Montrak gefallen wird. Ihr seid die besten! Tausend Dank!



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