Interview mit David Brückner

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[MindFreak] Heute im Interview David Brückner, vielen Dank dass du dich den Fragen des IMCs stellst und würde zu Beginn vorschlagen, dass du dich kurz (1-2 Sätzen) vorstellst.


[David] Hi MindFreak! Danke für die Möglichkeit. Also ich bin ein 29 jähriger Selfmade Filmemacher der schon immer eine Videokamera in der Hand hatte und seine Ideen, Ängste und Träume filmisch umsetzte. Mit 21 drehte ich meinen ersten Spielfilm „Dead Survivors“ der mir viele Türen öffnete und weltweit auf DVD veröffentlicht wurde. Mit 24 drehte ich dann meinen zweiten Spielfilmfilm „Iron Werewolf“ und momentan arbeite ich an „Paranormal Demons“ der dieses Jahr Premiere feiern wird. Momentan lebe und arbeite ich in Berlin als Kameramann und Editor.


[MindFreak] Dein erstes Projekt „Dead Survivors“ entstand im Jahr 2010. Was hat dich bewogen filmisch aktiv zu werden?


[David] Ich glaube ich war schon immer ein Querdenker und wollte mich nie in Schubladen stecken lassen. Das war auch einer der Gründe wieso ich nie wirklich das Abitur beenden wollte oder eine Lehrstelle antreten konnte, lieber brachte ich mir die Dinge die ich wissen wollte selbst bei. Irgendwann war ich meiner Meinung zu weit um noch eine Ausbildung als Mediengestalter zu absolvieren. Deshalb machte ich mich 2010 mit 22 Jahren selbstständig und drehte erste kleinere Werbefilme. Die Kamera war von Anfang an dabei und ich bekam teilweise sogar ärger als ich die ständig meinem Vater klaute um Filme mit Freunden zu drehen. Irgendwann sah er aber ein dass das mein Weg sein wird und unterstütze mich dann auch bei meinen Träumen.


[MindFreak] Als Regisseur und auch Schauspieler, was hat das Medium Film für eine Bedeutung für dich?


[David] Für mich ist Film ein Medium von vielen um Geschichten zu erzählen und Charaktere zu zeigen mit denen man im Leben vielleicht nichts zu tun haben wird. Ein Ort für Abenteuer, Horror und Spaß der sich mit jedem Film, Buch oder Spiel ändert und gänzlich neue Geschichten offenbart.


[MindFreak] Mir ist aufgefallen das einige Projekte von dir in die Paranormale Ecke gehen, hat das einen speziellen Reiz für dich?


[David] Ich erinnerte mich gestern daran, dass ich schon mit 8 Jahren und dem Erfolg von Akte X Interesse an Geister, Aliens und Dämonen hatte. Man konnte sich herrlich gruseln und damals glaubte man ja auch, dass alles was da zb. In einem UFO Magazin tatsächlich wahr ist. So wurde die Fantasie angeregt und man malte sich die tollsten Storys aus. Heutzutage glaube ich vielleicht nicht mehr so stark an paranormale oder fantastische Begebenheiten. Trotzdem versuche ich mit offenen Geist durch die Welt zu gehen um mir ständig fantastische Geschichten im Alltag auszudenken. Man sollte seine Fantasie nie verlieren nur, weil man älter wird und größere Verantwortung trägt.


[MindFreak] Kannst du uns Einblicke geben wie ein Projekt von dir entsteht, vom Drehbuch bis hin zum fertigen Werk?


[David] Also bei „Paranormal Demons“ war es so, dass erstmal die Idee da war einen Found Footage Film in Deutschland zu drehen. Ich malte mir eine Grundstory aus und lies Bilder des Monsters anfertigen um zu verdeutlichen in welche Richtung der Film geht. Danach startete ich das Crowdfunding um zu sehen wie die Idee ankommt und ob Interesse besteht. Schnell erreichte der Film das doppelte seines Zielbetrags und ein Drehbuch wurde angefertigt. Später musste ich das Projekt aber durch eine neue Festanstellung verschieben und mit der Zeit stellte ich alles auf null. Ich suchte mir eine Location, Darsteller und schrieb die Story allein bezogen auf die Sachen die ich zur Verfügung hatte. So konnte

man auch relativ schnell und zügig drehen und das Budget überschaubar halten. Danach wurde geschnitten, Sound Design kam dazu und Farbkorrektur / Effekte. Nun plane ich als nächstes eine Premiere in Berlin und möchte mit dem fertigen Film an Verleiher herantreten.




[MindFreak] Für „Paranormal Demons“ bedienst du dich auch dem „Found Footage Stil“, wie kann ich mir die Dreharbeiten unter diesem Aspekt vorstellen?


[David] Zu allererst interessierte mich das Genre schon immer und ich wollte schon lange so etwas in der Form drehen. Dazu kam das überschaubare Budget. Da das Found Footage Genre viel Verzeiht und ich als Kameramann selbst im Film mitspielen konnte und das Bild gestaltete sparte das immens Zeit und Kosten. Ich bekam genau dass was ich wollte und konnte vor Ort neben den Darstellern agieren und Regie führen. So bekamen wir Stunden an Material und konnten 90min geschnittenen Film in nur 7 Tagen produzieren.


[MindFreak] Was für Erfahrungen konntest du beim Dreh für dich und deine Karriere selbst mitnehmen?


[David] Ein gutes und professionelles Team ist Gold wert! Als ich noch in Sachsen lebte drehte ich ja mit Freunden und viele hatten von Film noch nie etwas gehört oder keine Erfahrungen sammeln können. Als ich dann in Berlin drehte konnte ich mit Kollegen aus der Branche arbeiten und erlebte wie ein eingespieltes und erfahrenes Team einem den Arsch retten kann. Wenn du am letzten Drehtag bei Minusgraden Früh um 04:00 noch drehen musst und jeder mit den Nerven am Ende ist hilft das enorm, wenn man ein Team hat die den extra Schritt gehen. Ich bin sehr dankbar, dass bei dem Projekt alles super funktionierte und jeder Spaß bei den Dreharbeiten hatte und nicht enttäuscht wurde.


[MindFreak] Der Kurzfilm „ALP“ handelt über Schlafparalyse. Eigentlich ein recht komplexes Thema, wie seid ihr an den Kurzfilm rangegangen?


[David] Als Jugendlicher hatte ich auch mal diese Schlafstarre erlebt. Für mich damals eine absolute Horrorerfahrung. Ich hatte auch noch kein Internet zur Verfügung und konnte mir erst über die Jahre erklären was damals passiert ist. Generell war das schon eine einprägsame Erfahrung und ich bin froh, dass ich das dann endlich mal umsetzen konnte. Für mich war ALP auch eine Art Befreiungsschlag. Durch die Arbeit in Berlin bin ich fast 7 Tage die Woche eingespannt und da bleibt wenig Platz für eigene Ideen und Kreativität. ALP war für mich dann ein Projekt, dass ich unbedingt machen wollte. Da ich noch das Team von Paranormal Demons dahatte und Olivia auch dort die Hauptrolle spielte konnte man den Film in kürzester Zeit produzieren. Ich wollte auch endlich mal austesten wie eine szenische Produktion heute von mir umgesetzt wird. Die letzten szenischen Kurzfilme von mir sind aus 2014 und das ist ja nun schon eine lange Zeit für mich.


[MindFreak] Hast du Erfahrungen, die dir besonders im Gedächtnis geblieben sind? Negativ oder positiv?


[David] Hol dir einen Heizpilz wenn du im November in der Natur drehst! Nach Tag 1 wären mir die ersten Schauspieler schon fast weggerannt, weil ich nicht dran dachte einen warmen Ort zum Zurückziehen bereitzuhalten. Positiv waren dann so Sachen wie Teamarbeit. Das man ans Set kommt und Sets vorbereitet werden an denen man nicht rund um die Uhr stehen konnte. Eigene Ideen konnten einfließen und Teamarbeit ist das wichtigste an einem Filmset.


[MindFreak] Gibt es irgendwelche Rollen oder Filme die du gerne einmal umsetzen möchtest?


[David] Ich hätte schon jahrelang Lust auf einen Sci Fi Film. Gern auch wieder im Horror Genre. Ansonsten hätte ich auch große Lust auf eine Art Psychothriller. Ich habe schon lange die Idee mal die Abgründe des Menschen zu zeigen und zu was man im Stande ist, wenn man nichts mehr zu verlieren hat.




[MindFreak] Sind aktuell Projekte geplant, von denen du uns schon berichten kannst?


[David] Nachdem „Paranormal Demons“ fertigstellt ist könnte ich mir vorstellen zurück zu „Dead Survivors“ zu gehen um einen zweiten Teil zu drehen. Der Film wurde alleine in Deutschland 10.000 mal verkauft und unzählige Male gestreamt. Er war trotz seines niedrigen Budgets und seines Trashfaktors ein beliebter Film und viele Menschen hatten damit Spaß. Ich hätte Lust nochmal in die Welt einzutauchen und ein übertriebenes Splatterfest wie z.b. „Ash vs Evil Dead“ zu inszenieren.


[MindFreak] Wie wichtig erachtest du den Kontakt zu deinen Fans im Internet?


[David] Ich stehe extrem gern mit Fans im Kontakt. Jeder Kommentar von mir wird gelesen und beantwortet. Social Media ist toll um zu schauen was da draußen passiert. In diesem Jahr hatte ich auch meinen ersten Stand auf einer Horrormesse (Weekend of Hell) und konnte vor Ort viele Menschen treffen. Teilweise kannten sie auch meine Werke was mich immer wieder aufs Neue überrascht. Darüber hinaus sind auch die neuen Fans alle für sich genommen tolle Menschen und ich freue mich, dass ich sie einen kleinen Teil in ihrem Leben begleiten darf.


[MindFreak] Wie siehst du die Entwicklung des deutschen Independent Films?


[David] Es geht voran! Damals waren für mich deutsche Filme langweilig und überzogen. Heute sehe ich aber dass es tolle Projekte gibt die unzählige Genre vorantreiben. Auch Festivals wie die „Genrenale“ in Berlin unterstützen uns Filmemacher und fördern, dass mehr Kurzfilme im Sci Fi, Thriller, Action und Horrorgenre entstehen können.


[MindFreak] Möchtest du zum Abschluss des Interviews, noch ein paar Worte an die Leser des Interviews loswerden?


[David] Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß bei unserem liebsten Hobby und bedanke mich, dass ihr euch die Zeit genommen habt um etwas hinter die Kulissen zu schauen. Letztendlich kann ich nur jeden dazu aufrufen selber seine Ideen und Geschichten filmisch umzusetzen! Es ist nie zu spät um anzufangen und durch die Digitalisierung war es nie so günstig wie heute. Ich würde mich freuen, wenn wir uns in Zukunft im Internet treffen!


https://davidbrueckner.wordpress.com/

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