Interview mit Thomas Goersch

Slider



(MindFreak) Heute begrüße ich Thomas Goersch als Interviewpartner. Hallo Thomas und vielen Dank dass du dir die Zeit nimmst, dich meinen Fragen zu stellen. Zu Beginn würde ich mal vorschlagen, dass du dich selbst in ein bis zwei Sätzen vorstellst.


(Thomas) Immer auf der Suche nach Herausforderungen. Ein Leben für die Kreativität.


(MindFreak) Du hast im Jahre 2001 deiner erste Erfahrung vor der Kamera gemacht und bist bis heute in vielen, vielen Produktionen (TV und Film) zu sehen. Auch habe ich gesehen es ist sehr viel geplant. Was war der ausschlaggebende Punkt an dem du gesagt hast, „Ich mach Schauspieler“?


(Thomas) Der Entschluss kam in 2001. Ich wirkte als „spezieller Komparse“ als Schwertkämpfer in „The Musketeer“ von Peter Hyams (End of Days/Timecop) mit. 14 Tage in Luxembourg an der Seite von Catherine Deneuve, Mena Suvari, Tim Roth und Justin Chambers (Greys Anatomy).

14 verrückte Tage in historischen Kostümen, wilden Explosionen und gemeinsamer Erbsensuppe am Abend. Ein gigantischer Abenteuerspielplatz. Ich war infiziert und fasste den Entschluss dies zu meinem Leben zu machen.


(MindFreak) Welche Erfahrungen hast du bei den Dreharbeiten mitgenommen bzw. hast du die das so vorgestellt, wie es hinter den Kulissen zugeht?


(Thomas) Hier habe ich gelernt, das wirklich große Leute ganz normal sind und Möchtegern-Stars sich aufführen.

(MindFreak) Jetzt als Schauspieler für Film und Fernsehen, was bedeutet das Medium Film für dich?


(Thomas) Einfach Alles. Nachdem mein Privatleben baden ging, lebe ich jetzt 24 Stunden am Tag für den Film. Es ist Glück und Hölle zugleich. Es ist eine hervorragende Form die Menschen zu unterhalten und in fremde Welten zu führen.


(MindFreak) Bei den vielen Rollen die du gespielt hast, stell ich mir die Frage, ob es Rituale gibt mit denen du dich auf die Rollen vorbereitest?


(Thomas) Das ist jetzt nicht besonders tiefgründig, aber verrät warum ich die Menschen so spiele, wie ich sie spiele. Ich gehe immer davon aus, dass die Figur, die ich spiele Ihre Handlungsweisen liebt und voll hinter Ihnen steht. Und so begeht eben ein Mörder seine Taten mit einem Lächeln im Gesicht. Ich will immer die Leidenschaft zeigen in der die Menschen leben. Durchschnittliche Charaktere sind nichts für mich. Ich könnte zwar einen Banker im Familienkreis spielen, aber es wäre nicht interessant für mich. Ich liebe gespaltene Charaktere, Menschen, die glühen und oft auch mal verglimmen und vom Leben gefressen werden.


(MindFreak) Die Filme „In the Name of Gore“ und „Everlasting Hate“ stammen beide aus der Feder deutscher Independent Regisseure. Merkt man als Schauspieler den Unterschied zu einer größeren Produktion (z.B. fürs Fernsehen)?


(Thomas) Sicher gibt es Unterschiede. Unterschiede, die viele Schauspieler nicht mögen. Im Independent Film macht jeder Alles voller Leidenschaft und bis zum Anschlag. Es gibt viele Sachen nicht, wie eine Gage oder feste Zeiten . Routine ist der Tod der Kreativität. Viele große Produktionen verfallen in Routine . Das Drehpensum pro Tag ist recht reduziert. Independent Produktionen fordern mich voll als Darsteller. Ich stehe voll zum Independent Filme und ärgere mich immer wieder, dass er so wenig Beachtung und Anerkennung findet.


(MindFreak) Stichwort Fernsehen „Goersch´s Genießer Buffet“ auf 1.2.3.tv. Hattest du die Idee dass du fürs Fernsehen „Essen“ bewirbst und kochst oder wurdest du von 1.2.3.tv dafür gecastet?


(Thomas) Tatsächlich wurde ich angesprochen. Vor 1-2-3.tv war ich 7 Jahre lang Radiomoderator und als ich dort aufgehört hatte, war auf einmal das Angebot da. Ich weis auch gar nicht warum ich gefragt wurde. Anfangs sah ich es kritisch für mich als Schauspieler. Würde mich Leute aus dem Schauspiel noch akzeptieren, wenn ich Shopping TV mache ? Die Zeit zeigte, dass es die richtige Entscheidung war. Heute bin ich 2-3 mal im Monat für insgesamt 15 Shows in München auf dem Bavaria Gelände und liebe de Aufgabe.


(MindFreak) Ich geh mal davon aus, du musst viel reden für diese Kochsendung. Wird dir das vorgegeben oder hast du die Freiheit zu improvisieren?


(Thomas) Tatsächlich bin ich hier total frei und ohne Auflagen. Klar muss ich die Infos zu meinen Leckereien rüberbringen, aber niemand hat mir je Grenzen gesetzt. Ich darf machen und erzählen was ich will. Ehrlich gesagt habe ich einen sehr sarkastischen Humor und meine Aussagen sind oft nicht politisch korrekt. Aber das gefällt den Zuschauern, dass ich eben nicht jeden Satz manipuliere und vorformuliere. Ich bin so wie ich bin. Da müssen dann Alle durch. Ich bin einer aus dem Volk.




(MindFreak) Wie Anfangs erwähnt hast du auch noch viel in Arbeit. Darunter auch „Woyzeck“, fühlt man sich da ein wenig geehrt in die Fussstapfen von Klaus Kinski treten zu dürfen?


(Thomas) Lustigerweise wurde ich von der Presse gleichnach 2 Rollen in 2001 sofort mit Klaus Kinski verglichen. Das ehrt, ist aber auch zweifelhaft, denn Klaus Kinski war ein toller Schauspieler, hatte aber nicht alle Tassen im Schrank.


(MindFreak) Kannst du uns verraten welche Rollen das von dir waren und wie du selbst drauf reagiert hast?


(Thomas) Das war im Film "Das Klassentreffen" (2002) . Ich spiele einen verklemmten Schüler, der sich dann als Erwachsener an der Klasse rächt und Alle umbringt, bzw. umbringen läßt.


(MindFreak) Hast du keine Sorge, dass du dann mit Klaus Kinski kritisch verglichen werden könntest?


(Thomas) Ich hatte beim Dreh von „Woyzeck“ zwar die DVD von Kinskis Woyzeck zu Hause, habe sie aber mit Absicht erst einen Tag nach meinem Woyzeck angeschaut. Ich wollte nicht in die Gefahr geraten irgendwas zu kopieren. Bestimmt kennen viele Menschen die Wutausbrüche von Kinski bei den Dreharbeiten zu „Fitzcaraldo“. Ich war überrascht, dass sein „Woyzeck“ , wenn er in den Wahnsinn rutscht, doch recht harmlos war.


(MindFreak) In Vorbereitung zu Woyzeck, hast du dich in die Materie, also in die Art wie Büchner „Woyzeck“ darstellt eingelesen?


(Thomas) Ich kannte die Geschichte und den Wandel des Woyzek. Ein Mann, der immer nur kleingehalten wird; über den man sich lustig macht und der dann ausbricht. Diese Gefühle habe ich da nicht historisch für mich gesehen, sondern diese Gefühle gibt es auch heute. Diese Situation habe ich mir vorgestellt und reagiert.




(MindFreak) Neben „Woyzeck“, was ist noch geplant? Was kannst du uns bisher darüber berichten?


(Thomas) Ich habe gerade in dem Spielfilm „Breakdown Forrest“ von Patrick Roy Beckert gespielt. Ein Actionsstreifen in Stil der Achtziger Jahre. Mein Spielpartner und Gegenspieler war Claude-Oliver Rudolf (Das Boot, James Bond). Eine Herausforderung gegen ihn im Film anzuspielen. Ich glaube mich gut geschlagen zu haben. Noch mit dabei Martin Semmelrogge, Ralf Richter und Micaela Schäfer.

Im August komm eine Parodie auf den Film „Das große Fressen“ in Comedy Style . Im Deutschen heißt der Film „Mampf !– der Film“ –reine böse Comedy vom Weekend of Fear Macher Mike Neun mit seiner Frau Lisa Neun als Regisseurin.


Im September dann „Bloody Shadows“ von Malga Kubiak. Ein schwedisch-polnischer Film, der in Polen, Russland, England, Schweden und Litauen gedreht wird. Ich spiele „ König Wilhelm II. aus Württemberg“ . Ein radikaler Film über Liebe , Tod, Sex und Bärenjagd.


(MindFreak) Claude Oliver Rudolf, Martin Semmelrogge, Ralf Richter, alle bekannte Namen im deutschen Filmbereich. Wie war für die Erfahrung mit ihnen zu spielen? Konntest du von ihrer Art zu arbeiten was für dich mitnehmen?


(Thomas) lol, nein. Sicher habe ich mir einen Claude Oliver Rudolph genau angesehen, aber nach über 200 Filmen verkörpere ich meinen eigenen Schauspielcharakter und meine Art mit Charakteren und Menschen umzugehen.


(MindFreak) Wenn du deine Karriere Revue passieren lässt, gibt es Dinge die Du bereust oder auch Dinge die dir positiv im Kopf geblieben sind?


(Thomas) Kreativ gesehen stehe ich immer zu allen Sachen, die ich gemacht habe. Manchen Menschen wäre ich vielleicht lieber nicht begegnet. Das Filmgeschäft wird immer ein Haifischbecken sein. Meine Langzeitzusammenarbeiten mit Carl Andersen, Malga Kubiak, Marian Dora und Alexander Tuschinski liegen mir besonders am Herzen. Hier durfte ich immer wild und verrückt sein.


(MindFreak) Gäbe es denn Rollen die du gern mal spielen möchtest und warum?


(Thomas) Ich würde gerne in einem Horrorfilm spielen in dem der Kampf der Kirche mit dem Bösen richtig gut gemacht ist. Die Kirche hat so viel in der Bibel gestrichen oder abgeändert. Die Urfassung der Bibel wäre bestimmt ein Spektakel.


(MindFreak) Möchtest du zum Abschluss des Interviews noch ein paar Worte an die Leser dieses Interviews richten?


(Thomas) Ich bin immer auf der Suche nach neuen Kontakten, also meldet Euch bei mir. Diskutiert mit mir. Packt mich in Eure Filme und lasst uns was Kreatives schaffen.

Hier ein Abriss meiner Arbeit: www.imdb.com/name/nm1591928

Ihr kommt in Kontakt zu mir auf Facebook unter Thomas Andreas Goersch , keine Scheu ; einfach melden.


(MindFreak) Dann Vielen Dank für deine Zeit. Wünsche dir viel Erfolg, bei allem was auf dich zukommt.

    Teilen

    Kommentare