Interview mit Andreas Rimkus

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[MindFreak] Zuerst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst dich meinen Fragen zu stellen. Würde auch vorschlagen das du dich selbst in 2 Sätzen vorstellst.


[Andreas] Bin der Andreas, Jahrgang 84 und somit 32 Jahre alt. Ich bin ein cinephiler Chaot und wohne in Wiesbaden.


[MindFreak] Was bedeutet das Medium Film für dich? Bist du ein reiner „Horrorfan“?


[Andreas] Film ist definitiv die Kunstform die mich am meisten begeistert! Da steckt einfach alles drin: Farben, Formen, Ton, Musik, Spiel, Lyrik... eben alles zugleich!

Mit elf Jahren habe ich zum ersten Mal John Carpenters Halloween gesehen. Ich war verängstigt und begeistert zugleich und sollte fortan eine ewig währende Liebe zum Horror entwickeln! In meiner Ausbildungszeit habe ich jeden Monat mein komplettes Geld in VHS und DVDs investiert und mich in die unterschiedlichsten Genre vorgewagt. So ist es nicht ausschließlich beim Horror/Splatter geblieben. Derzeit schaue ich am liebsten Europäisches Autorenkino von Fassbinder, Schlingensief und Bergman. Sehr enttäuscht bin ich vom Mainstreamkino seit der Jahrtausendwende, es langweilt mich sehr und treibt mich als Zuschauer immer weiter in vergangene Epochen und in das Independent-Kino.


[MindFreak] Du standest 2015 zum ersten Mal vor der Kamera. Dann auch noch für Olaf Ittenbach in „Colour Man“. Wie kam die Zusammenarbeit zustande?


[Andreas] Ich war und bin ein riesen Fan von Olaf und hätte mir eine Zusammenarbeit nicht mal ertäumt! Es gab dann aber einen FB-Aufruf und ich habe nicht großartig drüber nachgedacht sondern gehandelt. Am nächsten Tag saß ich dann schon im Flixbus nach Bayern und habe mich mit Olaf getroffen. Ich war extrem aufgeregt, konnte ihn aber offensichtlich trotzdem überzeugen. Auf ein Release des Filmes hoffe ich nach wie vor und drücke die Daumen!


[MindFreak] Was hast du selbst für Erfahrungen von dem Dreh für dich mitgenommen?


[Andreas] Seit den Dreharbeiten habe ich mich als Persönlichkeit stetig weiterentwickelt. Den Mut aufzubringen mich um eine Hauptrolle zu bewerben und diese dann auch gemeistert zu haben hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Als Schauspieler genieße ich auch sehr die Spannung und Aufmerksamkeit am Set und will mehr davon. Durch den Filmdreh bin ich um das Wissen reicher, dass diese Aufmerksamkeit mich antreibt.


[MindFreak] Kannst du uns verraten, wie du dich auf deine Rollen vorbereitest?


[Andreas] Ich lese das komplette Script mehrmals und schaffe mir ersteinmal eine Idee davon was für einen Charakter ich verkörpern soll. Dann lerne ich meinen Text bis er komplett abrufbar gespeichert ist. In den verbleibenden Tagen versuche ich dann wie der Charakter zu fühlen und zu denken, wozu ich sehr gern Musik als Trigger einsetze. Am Set bin ich stets bemüht mit meinen Spielpartnern eine passende Atmosphäre zu schaffen.


[MindFreak] Stichwort Jochen Taubert. Wie ist es für den Regisseur mit dem schlechtesten Ruf zu arbeiten? Wird er dem Ruf recht?


[Andreas] Schlechter Ruf? Eins mal vorweg: Bei Jochen beschwert sich hinterher niemand über mangelnden Spaß und Gastfreundlichkeit (was ich beweitem nicht von jedem behaupten kann)! Ich glaube was Jochen am meisten Freude bereitet sind die Dreharbeiten an sich: Leute zusammentrommeln und mit ihnen Spaß haben der dann auf Film gebannt wird. Ich kann ich in der Arbeit von Jochen auch eine gewisse Anti-Haltung erkennen: Perfekt und aufpoliert ist eben langweilig! Ich freue mich darauf dieses Jahr wieder bei ihm am Start zu sein.


[MindFreak] Gäbe es den Rollen die du gerne einmal spielen würdest?

[Andreas] Und ob es die gibt! Da fällt mir direkt Malcolm Mcdowell in „Caligula“ ein. Diesen Caesar hätte ich sehr gern gespielt. Einen Amokläufer würde ich auch sehr gern mal mimen und in einem schwulen Drama mal etwas romantisch werden. Grundsätzlich bin ich für jede Rolle offen und freue mich darauf mich in Zukunft in unterschiedlichsten Charakteren zu probieren.


[MindFreak] Was kann man in Zukunft von dir erwarten, gibt es Pläne zu denen du schon was verraten kannst?


[Andreas] 2017 ist bisher recht produktiv und das wird auch so bleiben. Besonders hervorheben will ich an dieser Stelle Waldemar Feifer. Sein Talent steht für mich außer Frage und er war ein Gastgeber nach meinem Geschmack! Ich selbst will mich bald auch vermehrt hinter der Kamera versuchen, möchte hierzu aber noch nicht mehr preisgeben.

[MindFreak] Wenn du auf die deine bisherige Karriere zurückblickst, hast du die Arbeit als Schauspieler so erwartet?


[Andreas] Es gibt auf jeden Fall nichts das vergleichbar ist. Ich kenne auch nichts das mir so viel Freude bereitet. Ich hätte nicht erwartet wie sehr mich die Arbeit beim Film emotional einspannt. Eine Filmcrew ist immer eine kleine „Familie auf Zeit“ und birgt somit Höhen wie auch Tiefen die man zusammen durchlebt. Auf jeden Fall ist es nie langweilig und immer ein Abenteuer! Ich habe viele interessante Leute kennengelernt und bin in den zwei Jahren viel durch Deutschland gereist, was ich ebenfalls sehr schätze!


[MindFreak] Gibt es evtl. auch Entscheidungen die bereits bereust?


[Andreas] Es gibt einige Blender in dieser Szene und es ist wichtig diese vor Reiseantritt als solche zu entlarven. Andere scheinen sich in ihrem „Traum vom Film“ auch maßlos zu überschätzen und bedenken dabei nicht das sie damit nicht nur sich sondern auch der Crew schaden. Ich musste durch einige Erlebnisse lernen, dass nicht alles „Gold ist was glänzt“. Ich bereue nicht sowas erlebt haben zu müssen aber ich bin vorsichtiger geworden.


[MindFreak] Zum Abschluss bedanke ich mich nochmals bei dir, für deine Zeit und überlasse dir die letzten Worte an die Leser dieses Interviews.


[Andreas] Ich möchte einen kleinen Apell an die Community richten. Geht nicht so hart miteinander ins Gericht und gönnt einander den Spaß am Filmemachen! Ich lästere auch gern mal, aber bei manchen „Protagonisten“ spüre ich harte Missgunst und das muss einfach nicht sein. Von mangelndem Respekt vor alten Größen ganz zu schweigen! Supportet euch gegenseitig und schaut nicht so viele Marvel-Filme. Rainer war der Beste und Fulci lebt!

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