Interview mit Manoush

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MindFreak: Hallo Manoush. Zu Beginn bedanke ich mich vielmals bei dir, dass du dir die Zeit nimmst dich meinen Fragen zu stellen.


Manoush: Sehr gern.


MindFreak: Du blickst auf 20 Jahre Film zurück. Wie kamst du zur Schauspielerei?


Manoush: Thomas Miner der Regisseur von M-Inspiration hat mich auf der Bühne gesehen. Nach dieser Show kam er angerannt mit einem Drehbuch in der Hand und fragte mich ob ich mir vorstellen kann. Da ich anfangs nicht wusste was der von mir will, habe ich den erstmal nicht ernst genommen. Nachdem ich dann irgendwann Nachts nicht schlafen konnte, las ich das Drehbuch und rief Thomas mitten in der Nacht an nur um ihm zu sagen das ich bei dem Film mitmache.


MindFreak: Was hätlst du heute von den Filmen die du mit Thomas Miner gedreht hast?


Manoush: Ich weiß auch nicht was aus diesen Filmen geworden ist. Die waren furchtbar. Die Filme wurden mit alten VHS Kameras gedreht und einfach nur drauf gehalten. Es wirkte wie ein Überwachungskamera Massaker. Thomas sagte immer das ist Kunst, das ist Arthouse.


Der einfachheit halber hatte ich auch immer den selben Namen in den beiden Filmen und trug aus Geldmangel die selben Klamotten.


Mindfreak: Du sagtest Thomas sah die Filme als Kunst an. Hast du die „Kunst“ dahinter verstanden?


Manoush: Ich bin mir nicht sicher ob ich je verstanden habe was der Thomas da gedreht hat. Ich bezweifel auch das Thomas nicht mal wusste was er da treibt.


MindFreak: Danach ging die Karriere dann los?


Manoush: Es kamen Angebote für Rollen, dann habe ich in Köln zusammen mit einer Agentin gearbeitet, die mich dann weiter vermittelt hat. An den Gerd Birkmann von Management International, der mir dann sagte ''Mädchen ich glaub an dich''. Dadurch hab ich für Jean-Pierre Jeunet eine ganz ganz kleine Rolle übernommen. Durch diese Minirolle kamen dann noch mehr Angebote. So hat sich das dann eingespielt. Ich hab da nie viel für getan, es wurde zum selbstläufer.


MindFreak: Du hast ja u.a. auch in TV Produktionen mitgewirkt. Ist das ein Unterschied ob du für eine TV Produktion arbeitest oder für eine Kino Produktion?


Manoush: Bei TV Produktionen hab ich immer das Gefühl gehabt, das es wie am Fließband runtergedreht wurde. Ohne Passion und Leidenschaft. Ich hab das aber auch nur wegen dem Geld gemacht. Außer der Produktion „In Fear of“, das hat sehr viel Spaß gemacht. Thomas Norman und Scott Perry, die haben da unglaublich viel Herzblut reingelegt.


MindFreak: Wie bereitest du dich auf deine Rollen vor?


Manoush: Ich les meine Szenen, lese das Drehbuch, schaue worum es geht. Dann bereite ich mich auf die rolle vor.. gehe da so hinein wie es Kinder beim Spielen von Cowboy und Indianer machen, da bist du so drin in dem Spiel. Der Charakter hat dich übernommen. So spiel ich auch, ich bin die Rolle. Ich rede wie die Rolle, kleide mich wie die Rolle, benehme mich wie meine Rolle. Ich möchte während der Dreharbeiten zu Filmen meine Rolle sein. Am besten spricht man mich auch mit dem Rollennamen an.


MindFreak: Oliver Krekels Cross Club. Hast du dazu noch erinnerungen?


Manoush: Mit Oli arbeiten ist Klasse. Er ist passionierter Regisseur. Wir haben eine Woche glaube ich gedreht. Wir hatten so ein Spaß am Set. Das war toll, das waren eine tolle Crew und ein toller Cast. Mit Oliver Krekel liebe ich zu drehen, gerne wieder.


MindFreak: Du hast auch viel für Marcel Walz gearbeitet. Wie kamst du dazu und was sagst du zu seiner Arbeit?


Manoush: Marcel hab ich vor gut 10 Jahren kennengelernt. Er hatte mich angefragt, ob ich mit ihm drehen möchte. Mir wurde immer gesagt dreh nicht mit dem, ich solle mir Camp Corpses und Kadaver angucken. Aber ich sagte nach dem ich ihn kennenlernte: ''Er hat potenzial, der liebt das was er tut, macht das mit soviel liebe. Ihr könnt meckern wie ihr wollt. Ich drehe mit ihm.'' 5-6 Jahre haben wir zusammen gearbeitet. Ich bereue es nicht. Ich hab ihn nach New York geholt für sienen ersten US Film ''Avantgarde''.


Bei Marcel konntest du zuschauen er sich weiterentwickelt hat all die Jahre. Heute dreht er viel größere Produktionen.


Man kann auch nicht für immer zusammenarbeiten, nach einem Zeitraum, hat man alles für einen Regisseur gegeben, all seine Facetten gezeigt und umgekehrt ist es ebenso. Dann ist einfach der Punkt erreicht das man wieder seine eigene Wege geht. Aber man bleibt befreundet und verbunden.


Wenn ich zurück blicke auf den Jungen der damals mit einer Kamera gedreht hat und heute sehe das sein neues Werk in den USA im Kino läuft, kann ich nur stolz sein auf ihn. ?


MindFreak: Gab es Rollen, bei denen du Probleme hattest, die zu spielen?


Manoush: Nein gar nicht. Ich würde auch, wenn ich das Drehbuch lese, ich habe das Gefühl das die Rolle nichts für mich ist, die Rolle ablehnen. Ich hätte ja auch in dem Marian Dora Film „Melancholie der Engel“ mitspielen sollen, nachdem ich aber das Drehbuch las, sagte ich nicht jede Schauspielerin ist doe richtige für jeden Film.Melancholie der Engel hab ich deswegen abgelehnt. Der Film hat nicht zu mir gepasst.


MindFreak: Sprechen wir Jochen Taubert an, der ja im Internet einen sehr schlechten Ruf hat.


Manoush: Och ne Leute. Jochen hat ja nicht den Anspruch ein großer Filmemacher zu sein. Ich Jochen Taubert ist der deutsche Ed Wood für mich. Mit Jochen zu drehen ist Spaß. Bei Jochen gehst du nicht in den Dreh, sondern zu einer filmischen Party. Es ist einfach Spaß.


PUNKT!


Jochen mag ich auch als Menschen, Marcel ebenso und die Rohnstocks natürlich. Die habe ich vor 11 Jahren kennengelernt und wir haben mehrfach miteinander gedreht.


MindFreak: Gibt es Rollen, die du bereust gemacht zu haben?


Manoush: Die Thomas Miner Filme, aber das wussten wir damals aber auch. Was ich wirklich bereue, ich habe mal einen Film gemacht, da war ich auf Drogen damals. Das bereue ich zutiefst, zugedröhnt gedreht zu haben. Um welchen Film es sich handelt, verrat ich lieber nicht.


MindFreak: Was kann man in Zukunft von Manoush erwarten?


Manoush: Ich hab 2 Rollen angenommen. Zu denen ich aber nix sagen darf. Außerdem hab ich mit Bronski Beat letzten Jahr gearbeitet, Fuck me I am Famous wurde neu aufgenommen. Da ist was geplant. Schauen wir mal was daraus wird. Ich selbst hab da keine Ahnung von, es kann nach hinten los gehen oder steil nach oben, abwarten.


MindFreak: Was macht dir mehr Spaß? Musik oder Filme?


Manoush: Wenn ich Musik schreibe, macht mir das Spaß. Wenn ich filme macht mir wiederum das Spaß. So einfach ist das :D :D :D Obwohl ich nach 20 Jahren selbst schon festgestellt, dass ich aufhören sollte mit Filmen. Ich hab das gemacht, was ich machen wollte. Es soll nicht irgendwann zur lieblosen Routine werden.


MindFreak: Gäbe es Rollen die du gern spielen möchtest?


Manoush: Das wäre Claire Zachanassian aus Dürrenmatts Besuch der alten Dame. Aber dafür bin ich doch zu jung. Ich hab irgendwann als Teenager ein Reklamheft mit der Geschichte gelesen und die Story auch als TV Film gesehen. Ich war fasziniert und hab ich dann gesagt wenn ich lang genug schauspielerin bin, würde ich mir diese Rolle wünschen. Mein Traum wäre auch gewesen einst für Brian DePalma, Martin Scorsesse oder William Friedkin zu arbeiten.


MindFreak: Amor Killt. Die Filmmaschine. Was sagst du dazu?


Manoush: War Spaß für mich. Das ist eine Truppe, die sehr liebenswert ist. Die haben freude am Kreativen gehabt. Da gehst du mit freude hinm drehst mit freude und gehst mit Freude heim. Du merkst das dem Film auch an. Ich würde jederzeit wieder mit ihnen arbeiten.


MindFreak: Ich hab gelesen du machst deine Stunts selber. Stimmt das und wie is das für dich?


Manoush: Ja. Ich find das unehrlich wenn jemand für mich seine Knochen hinhält. Ich sagte ich möchte das alles was mit meiner Rolle zusammenhängt selbst machen. Einige Sachen in Barricade waren zum Beispiel nicht ohne, da gab es eine Kampfszene mit Andre Reisig, da rutschte er auf dem Kunstblut aus und anstatt mir in die Bauchdecke zu rennen, ist er mir schräg im Brustkorb gelandet. Musste den Nachmittag im Krankenhaus verbringen und hatte einen gerissenen Muskel. Das aber ist halt Berufsrisiko. Das muss man immer mit einplanen. Ich habe zwar 2009 damit aufgehört, aber würde das je nach Rolle dennoch noch einmal machen. Sowas verlernt man nicht.


MindFreak: Jetzt mal zur Person Manoush. Die bezeichnest dich selbst als „Certified Freak“ durch deine plastischen Eingriffe. Möchtest du was darüber erzählen?


Manoush: Klar red eich darüber. Ich mittlerweile sogar Anfragen für Reality Shows bekommen weil ich halt offen über plastische Chirugie rede. Ich wurde für die US Serie „Botched“ angefragt Sagte aber ab, weil ich das format für mich unpasend fand. Dann bekam ich ein Angebot in der Serie „The Plastics of Hollywood“ aufzutreten. Die Produzentin hat mich angefragt, ob ich da rein gehen würde. Das werde ich dann entscheiden wenn ich so aussehe wie ich es mir vorstelle.


MindFreak: Hast du schon Kritik deswegen erfahren?


Manoush: Mich interessiert Kritik generell nicht. Worauf ich Wert lege, ist die Meinung meiner engsten Freunde und meiner Familie. Andere interessieren mich da überhaupt nicht.


MindFreak: Hast du noch was zu sagen an deine Fans und die Leser dieses Interviews?


Manoush: Puh. Was sagt man denn da? Man sagt doch immer dasselbe..und Dir: Thank you for having me


MindFreak: Ich habe zu danken. Ich wünsche die alles erdenklich gute für deine Zukunft und bedanke mich dafür.


Manoush: Sehr gern.

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