Interview mit Robert Gryczke

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[MindFreak] Zu Beginn, bedank ich mich vielmals bei dir, dass du dir die Zeit nimmst dich meinen Fragen zu stellen. Würde auch gleich mal vorschlagen, dass du dich in 1-2 Sätzen vorstellst.

[Robert] Ich hab zu danken! Creature-Feature-Mad-Scientist-Indie-Horrorfilm-Co-Autoren stehen sowieso viel zu selten im Mittelpunkt. Beruflich bin ich als Freelancer unterwegs – wobei „unterwegs“ schon schmeichelt, denn mein Home Office habe ich in der verkanten Elbe-Perle Magdeburg. Von dort verplempere ich meinen Reichtum, den ich als Redakteur und Texter verdiene.


[MindFreak] Du bist Co-Autor von „Feed the Reapers“. Derzeit läuft ja noch das Crowdfunding und die ersten Drehtage sind vorbei. Kannst du uns kurz erläutern worum es bei „Feed the Reapers“ gehen wird?

[Robert] Nach den ersten Drehtagen, wird es bei mir persönlich darum gehen, Schlaf nachzuholen. FEED THE REAPERS wird cool. In einem klassischen Geisterhaus-Motiv wird eine toughe Junge Frau von einer widerlichen Kreatur, dem „Reaper“, gejagt. In einem anderen Handlungsstrang experimentiert Dr. Hoffman an einem neuen Krebsheilmittel und ist dabei zu erfolgreich. Wir sagen immer gerne: „Creature Feature trifft Mad Scientist“.


[MindFreak] Wie kamst du dazu, bei dem Projekt mitzuarbeiten?

[Robert] Kontakt zu Gero habe ich schon lange. Persönlich kennengelernt haben wir uns auf Premiere zu seinem Erstling „Jenna's Lovestory“. Als er mir vor ein paar Monaten von der Idee zu FEED THE REAPERS erzählt hat, habe ich gesagt, dass ich mir das Drehbuch gerne anschauen würde. Die Story fand ich cool und bot an es etwas schleifen und in Form zu bringen. Ich denke, dass ich meine persönliche Note einbringen konnte, ohne die Idee und die Geschichte zu zerfleddern.


[MindFreak] Zum Thema Crowdfunding, du hast es ja selbst mitbekommen. Hast du den Eindruck, dass euer Projekt gut angenommen wurde?

[Robert] Oh Crowdfunding, Grund für noch mehr schlafloser Nächte. Als Außenstehender denkt man ja gerne, dass da Leute die Taschen aufhalten und danach mit dem Ferrari durch die Gegend knallen. Wäre schön, ist aber eher umgekehrt. Das ist viel Vorbereitung drin, unbezahlte Arbeitszeit – generell viel Manpower von den Köpfen dahinter. Aktuell steht es bei rund 1800 Euro und das ist für einen Film unfassbar wenig, für mich aber eben viel Geld. Und dafür ist das Team auch jedem einzelnen Unterstützer dankbar.


[MindFreak] Ihr habt euch auch recht viel Mühe gegeben, was „Spender“ als Dankeschön bekommen können. Findest du den Kontakt zu Fans wichtig?

[Robert] Ich gehe immer von mir selbst aus. Klar gibt es Menschen, die einfach 30 Euro spenden und wirklich nur ein cooles Projekt unterstützen wollen. Aber gerade bei Genrefilmen bietet es sich doch an, Fanservice zu bieten – also unabhängig davon, ob es Fans gibt. Soundtrack, Buch zum Film und Requisiten entstehen mit viel Herzblut (- und ja, wir meinen Kaffee!). Und ZuschauerInnen, die den Film mögen, haben vielleicht das Gewisse Etwas dazu zu bekommen. Et Voila, sollen sie bekommen. Ich supporte selbst verschiedene Indieprojekte via Crowdfunding. Und ehrlich gesagt, habe ich dann auch gerne die DVD danach im Schrank zu stehen.


[MindFreak] Du scheinst kein Kamerascheuer Mensch zu sein. Auf deinem Youtube Kanal gibt es einige kleine Videos zu sehen. Wie kamst du generell dazu, sowas umzusetzen?

[Robert] Vielleicht hat es mit dem Umstand zu tun, dass Autoren in der Medienbranche einfach kaum Bildpräsenz genießen. Vielleicht aber auch nur damit, dass ich gerne vor der Kamera irgendwas mache. Deswegen möchte ich aber weder Schauspieler sein, noch professionell youtuben. Die Clips sind einfach aus Spaß an der Freude entstanden. Ist doch super, wenn man das Zeug irgendwo lagern kann.


[MindFreak] Was machst du lieber? Schauspieler oder hinter der Kamera stehen?

[Robert] Ach, das ist ne fiese Frage! Ich hätte auch nichts dagegen mich vor eine Kamera zu setzen, während ich Drehbuch schreibe, oder blogge. Aber ob das jetzt so viel Mehrwert für den Zuschauer hätte, das weiß ich nicht. Ich schreibe einfach sehr gerne. Das ist mittlerweile mein Beruf. Das war aber auch schon eine Leidenschaft, während der Schulzeit, Ausbildungen, etc. Wenn ich versehentlich absichtlich wieder mal vor eine Kameralinse tapsen sollte, darf das Filmmaterial zumindest verwendet werden.


[MindFreak] Mich würde mal deine Meinung interessieren. In den letzten Jahren wurde es sehr ruhig im Independent Bereich. Was meinst du woran das liegt?

Echt? Ist es das? In den diversen Foren und Social-Media-Filmgruppen schießen die Indie-Produktionen doch pilzgleich aus dem Boden. Das finde ich auch erstmal cool. Ich habe nur manchmal den Eindruck, dass Indie-Produktionen es zunehmend als selbstverständlich ansehen, dass Kameraleute, Colorgrader, Autoren, etc. unbezahlt arbeiten. Ist es nicht. Ist. Es. Nicht.


[MindFreak] Wohin führt dein Weg? Derzeit läuft ja „Feed the Reapers“ an, aber hast du schon Pläne was danach passiert?

[Robert] Mit einem befreundeten Magdeburger Regisseur, erarbeite ich gerade einen neuen Stoff. Bei FEED THE REAPERS bin ich auch als Regie-Assistent unterwegs, übernehme Aufgaben der Produktion und liebäugele mittlerweile mit dem Gedanken einen eigenen Kurzfilmstoff zu realisieren. Ideen zu Projekten gibt es viele. Meinen eigenen Stoff auch selbst zu inszenieren wäre irgendwie ein Highlight für mich. Und in Bezug auf FEED THE REAPERS wäre es natürlich dufte, wenn der Film von seinen Unterstützern und ggf. Festivalbesuchern als gelungen erachtet wird. Frenetisches Abfeiern verlangt noch keiner – ist aber erlaubt.

[MindFreak] Dann bedank ich mich vielmals. Wünsche dir alles beste für die Zukunft.


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