Interview mit Andreas Pape

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[MindFreak] Hallo Andreas, erst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst dich meinen Fragen zu stellen.


[Andreas] Hallo MindFreak! Kein Ding, sehr gerne! Ich danke Dir für dein Interesse!:-)


[MindFreak] Auf deiner Homepage steht, dass du mit 10 Jahren den „phantastischen“ Film für dich entdeckt hast. Hat es deine Karriere als Schauspieler bis heute geprägt?


[Andreas] Auf jeden Fall. Der phantastische Film hat mich schon immer begeistert und auch geprägt, was man in meinen Filmen ja auch sieht. Obwohl ich auch schon öfter mal die Nase davon voll hatte, holte es mich bisher immer wieder ein.


[MindFreak] „Kettensägen Zombies“, dein erster Film, wird demnächst unter dem Titel „Kettensägen Zombies Redux“ über Maximum Uncut veröffentlicht. Freut es dich nach all der Zeit, dass er nach den Jahren nun auf DVD erscheinen wird und wie stehst du nach 11 Jahren zu dem Projekt?


[Andreas] Ich stehe voll und ganz dahinter! Bei einem Erstlingswerk ist es immer was Besonderes und man denkt gerne daran zurück. Man hat einen anderen Bezug, als zu den Folgewerken. Man kann das wie mit dem ersten Mal oder dem ersten Absturz vergleichen. Jeder hat unvergessene Erinnerungen daran und weiß noch genau, wie es damals war. Für die neue Version „Kettensägen Zombies Redux“ habe ich über 6 Minuten nachgedreht, da die bisherige Version mit 28 Minuten doch recht kurz war und ich mir dachte, dass da noch etwas mehr ginge. Großes Danke an dieser Stelle nochmal an Marc Rohnstock, Mario Zimmerschitt und meinem guten Freund Martin Hentschel für die Unterstützung. Ich kann wirklich behaupten, ich habe mich noch nie so auf ein Release gefreut, wie in diesem Fall. Auch, weil man weiß, wie viel Mühe in den DVD’s von „Maximum Uncut Productions“ immer steckt.


[MindFreak] Du hast bisher in einigen Filmen mitgewirkt, hattest daher auch viele verschiedene Rollen, der Draufgänger liegt dir ebenso wie das Opfer oder den Bösewichten. In Deutschland gibt es kaum jemand der sich so gut in seinen Rollen behaupten kann wie du. War das ein schwerer Weg für dich, es dir an zu eignen so gut zu Schauspielern?


[Andreas] Danke für das nette Kompliment! Das hat sich im Laufe der Zeit einfach so entwickelt, da mir diese Rollen immer so angeboten wurden. In den Jahren habe ich gelernt, diese Rollen zu genießen und mich darin wohl zu fühlen. Ich kann mich darin ausleben, ohne dafür in irgendeiner Weise bestraft zu werden und das macht mich entspannter und ausgelassener. Es ist auch so, dass ich jedem Filmemacher wirklich meinen Respekt ausspreche, der mit einfachen Mitteln versucht einen guten Film auf die Beine zu stellen. Ich weiß selbst, wie schwer es ist einen Film zu produzieren. Ich denke daher verstehe ich mich mit den Meisten Leuten aus der Independent-Szene auch so gut, weil wir alle - ausgenommen von einigen Ausnahmen - in dieselbe Richtung wollen. Am 28. Oktober kommt der Film „Sounds of Fear“, an dem ich 3 Jahre zusammen mit Boris Hansmann gebastelt habe, erstmalig auf DVD raus. Ich dachte schon die ganze Mühe wäre umsonst gewesen, aber dank „Breitwand Filmvertrieb“ kommt es doch nach 6 Jahren endlich zu einem Release.


[MindFreak] Du bist demnächst im neuen Andreas Bethmann Film „Terror Creek“ zu sehen. Wie ist die Arbeit mit dem Herrn Bethmann, in einer seiner Regiearbeiten, die wie er selbst sagt nichts mit „Sexploitation“ zu tun hat?


[Andreas] Bei Bethi zu arbeiten ist von Grund aus verschieden, als man es von anderen Filmemachern kennt. Er ist ein echter Workaholic und absoluter Perfektionist. Andreas macht bei seinen Filmen alles selbst, d.h. er schreibt das Buch, er besetzt die Rollen, er baut das Licht auf, er macht Kamera, er schneidet, er macht die Effekte, er komponiert, usw… Ein sehr angenehmer und dankbarer Mensch.

Und da es vertraglich im Vorfeld abgeklärt wurde, dass keine Sexszenen im Film zu sehen sein werden, war es für mich auch kein Problem bei ihm mitzuspielen.


[MindFreak] Wenn du heute die Filme anschaust in denen du vor Jahren mitgespielt hast, gefallen die dir immer noch? Oder generell: Gefallen dir die Filme in denen du mitspielst?


[Andreas] Grundsätzlich finde ich alles schlecht, was ich je gemacht habe. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Filme satt bin oder aber auch, dass es ein Lernprozess ist - keine Ahnung. Manche Szenen aus alten Filmen finde ich heute immer noch großartig und bei manchen Schäme ich mich in Grund und Boden, ganz unterschiedlich...


[MindFreak] Wie siehst du von deinen Anfängen bis heute deine Entwicklung?


[Andreas] Das müssen andere beurteilen. Ich habe mir in den Jahren natürlich viel ab geschaut und mir Sachen angeeignet, die ich für mich gebrauchen konnte. Das Praxisbezogene Spielen finde ich, auch für mich als ungelernten Schauspieler, enorm wichtig. Ich arbeite dran, diese Sachen zu vertiefen, denn man lernt ja nie aus…


[MindFreak] Was sind deine momentanen Lieblingsfilme und warum gefallen dir diese?


[Andreas] Komischerweise sind es keine Horrorfilme, sondern Klassiker wie „Walk the Line“, „Wüstenblume“ oder der kürzlich wieder im TV gespielte „Forrest Gump“. Das sind für mich ganz große Filme mit mitreißender Story und Weltklasse Schauspielern.


[MindFreak] Derzeit gibt es ja ziemlich viele Remakes. Was hältst du von der Idee alt bewährtes in ein neues Gewand zu packen und was würdest du eher vorziehen? Original oder Remake?


[Andreas] Grundsätzlich nichts dagegen. Meistens ist das Original schwer vom Remake zu toppen, aber es gibt immer wieder Ausnahmen wie die „TCM“- oder „Hills have Eyes“-Remakes. Da kann man wirklich von einem gelungenen „Aufguss“ des Originals sprechen.


[MindFreak] FSK, BPjM. Was denkst du, wenn du an diese Behörden denkst und was hältst du von Zensur in Deutschland?


[Andreas] Grundsätzlich halte ich Zensur für Jugendlich richtig und gut, aber was momentan hier abgeht ist jenseits von Gut und Böse! Schwachsinnig, unberechtigt und einfach nur noch lächerlich!


[MindFreak] Mit welchem Regisseur/in würdest du mal zusammenarbeiten wollen?


[Andreas] Aus der deutschen Independent-Szene würde ich gerne mal was mit Jörg Buttgereit machen, sofern er noch mal was macht. Ein sehr netter Typ, der ja wirklich ganz anderes an die Sache ran geht als der Rest der Liga. Er hat einen ganz eigenen Stil, den ich sehr schätze. Außerdem ist er auch – im Gegensatz zu anderen Filmemachern – bereit einzugestehen, dass „Wenn keine Kohle da ist, kann man keinen Film drehen“, was absolut richtig ist. Der Markt ist ja so was von voll mit billigen 08/15 Produktionen, die wahrscheinlich nicht mal teurer als ein Monatseinkommen waren. Auf Internationaler Sicht wäre es utopisch irgendwelche Namen zu nennen. Abwarten was sich so in der Zukunft ergibt.


[MindFreak] Was können deine Fans in Zukunft von dir erwarten?


[Andreas] Ende des Monats erscheint endlich „Sounds of Fear“ (2004) beim Label „Breitwand Filmvertrieb“ auf DVD. Dann folgt von „Maximum Uncut Productions“ der „Kettensägen Zombies Redux“. Im Dezember bringt „Schröder Media“ eine gekürzte Version von „No Reason“ auf den deutschen Markt und Österreich wird darauf eine ungeschnittene Version nachliefern. Außerdem werde ich in Ralf Kempers neuem Film „Albtraumfieber“ wieder dabei sein und darüber hinaus planen wir ein neues Musikvideo mit Franz Simoneit. Dann stehen noch viele weitere Produktionen kurz vor Vollendung wie „Terror Creek“, „El Guitarrista – Salvador de Guitarras“, „Project Genesis“, „Legend of Hell“ oder „Savage Love“. In zwei Wochen geht es auch schon los mit Oliver Krekels „Robin Hood – Ghosts of Sherwood“, inwiefern ich da in Erscheinung treten werde ist allerdings wegen Terminproblemen wieder offen. Anfang nächsten Jahres werde ich außerdem an einer großen Kinoproduktion mitwirken, bei der ich auch schon vertraglich zugesagt habe, mehr kann ich zu dem Film leider nicht sagen. Kurzum: Ich freue mich auf alle folgenden Aufgaben.


[MindFreak] Da wir eben bei den Fans sind, wie wichtig ist dir der Kontakt zu deinen Fans?


[Andreas] Sehr natürlich! Freue mich immer über jeden Foto-oder Autogrammwunsch, obwohl ich so was immer nie nachvollziehen kann!:-)


[MindFreak] Dann bedanke ich mich bei dir für deine Zeit. Das Ittenbach-Fans IMC wünscht dir alles erdenklich Gute für die Zukunft und zum Schluss überlasse ich dir das Wort an deine Fans.


[Andreas] Ich habe zu Danken und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen.

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